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"Franz Müller-Münster - Spurensuche nach einem (fast) vergessenen Künstler

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FRANZ MULLER - MUNSTER

geboren. 13.11.1867 in Münster /Westf., gestorben 9.6.1936 in Hohenwiese.

Maler und Grafiker / Illustrator Mitglied des Vereins Berliner Künstler.

Befreundet mit Franz Stassen , mit dem er auch einige Studienreisen machte.
Illustrationen zu zahlreichen Büchern und Zeitschriften.

Auftragsarbeiten: Wandgemälde im Rathaus Steglitz, Gemälde im Real-Gymnasium Naumburg "Hussiten vor Naumburg" (Wird z. Zt restauriert) , Altar und Emporengemälde in der Markuskirche in Steglitz (Kriegsverlust), Künstlerische Ausstattung in der Steglitzer St. Lukaskirche, Gemälde in der Magdalenen Kirche in Neukölln.

Franz Müller wurde am 13.11.1867 in Münster / Westfalen geboren und nannte sich deshalb später zur Unterscheidung von anderen Müllern, Franz Müller - Münster. Nach seinem Studium an der Berliner Akademie von 1886-1894, bei den Professoren Hugo Vogel, Friedrich Bokelmann und Waldemar Friedrich gehörte FMM zu den vielbeachteten Künstlern vor dem ersten Weltkrieg. 

So vertrat er -gemeinsam mit vielen weiteren Künstlern - die offizielle deutsche Kunst auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis mit dem Bild "Romanze“. Sein großes Wandgemälde "Die Hussiten vor Naumburg" im Naumburger Realgymnasium (Heute: Humboldt-Schule) wurde in den zeitgenössischen Kunstzeitschriften abgebildet, ebenso die Gemälde „In seines Vaters Haus" (der 12 jährige Jesus im Tempel), Florian Geyer, Meeresfrische und die "Ziehenden Landsknechte", die die Berliner Nationalgalerie erwarb, nun aber leider zu den Kriegsverlusten zählt. 

Zahlreiche Bücher und Zeitschriften wurden von Müller - Münster illustriert - allein etwa 60 Titel im Bereich Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1890 und 1914. Bekannte Verlage wie Scholz Mainz, Bachem Köln, Fischer und Franke Berlin, Ensslin und Laiblin Reutlingen beschäftigten den Künstler.

Mehrfach kam es auch zur Zusammenarbeit mit dem Maler und Illustrator Franz Stassen (1869 - 1949), einem Studienfreund mit dem er aber auch zusammen mit seiner Schwester Helene und der Ehefrau Stassens Minna Reisen nach Italien und Frankreich unternahm.

Neben dem Wandbild in Naumburg malte er auch Bilder aus der Steglitzer Geschichte für das Steglitzer Rathaus (dem Zeitgeist durch Umbau bzw. Übertünchung geopfert), Gemälde für das Heimatmuseum Sassnitz / Rügen sowie das Altarbild für die Steglitzer Markuskirche (Kriegsverlust). 

Eine wichtige Rolle spielte Müller - Münster auch bei Karl Vanselows Zeitschrift "Die Schönheit" - einer Zeitschrift, die sich der Lebensreform um 1900 widmete. Titelbilder, Einbandillustrationen, Illustrationen, Vignetten zeichnete FMM für die Schönheit, aber auch zahlreiche Gemälde von ihm wurden abgebildet.

 Für die Zusammenarbeit mit der "Schönheit" konnte FMM zahlreiche Studienfreunde von der Berliner Akademie gewinnen, so den bereits erwähnten Franz Stassen, aber auch die Maler und Grafiker Sigmund Lipinsky, Hans Lietzmann, Ludwig Fahrenkrog, Ernst Liebermann und die Bildhauer Wilhelm Wandschneider, Georges Morin, Heinrich Missfeldt. 

In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg war FMM weiterhin als Illustrator zahlreicher Bücher tätig, gemalt hat er auch in seinem Atelier in der Steglitzer Humboldtstrasse 27 (heute Selerweg). Seine Gemälde fanden aber in der Zeit des Expressionismus nicht mehr die Beachtung wie in früheren Zeiten. 

Auf einer Reise ins Riesengebirge starb Müller Münster am 9.Juni 1936 in Hohenwiese an einer Herzlähmung. Begraben wurde er auf dem Steglitzer Friedhof Bergstrasse. Das Grab ist mittlerweile geräumt. Seine Wohnung in der Steglitzer Albrechtstrasse 105 fiel dem Krieg zum Opfer. 

Große Teile seines Werkes und seines Nachlasses wurden Anfang der 80er Jahre bei einem Auktionshaus in der Fasanenstrasse versteigert.

Ausstellung im Steglitz-Museum
vom 14. August bis 18. September 2005.
Kurator: Rainer Schelling

Presseinformationen

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