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HEIMATVEREIN STEGLITZ
HEIMATVEREIN STEGLITZ
Steglitz Musem
 Gutshaus Steglitz um 1892; im Volksmund “Wrangelschlößchen“  Großes Tropenhaus mit dem italienischen Garten um 1910 (Botanischer Garten)  Dreifaltigkeitskirche um 1965, gesehen von der Gallwitzallee; im Volksmund„Lankwitzkirche“  Titania-Palast um 1928; Spielfilm „Unter der Laterne“  Parkrestaurant „Paresü“ um 1917 (Südende)    

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Unser Angebot heimatgeschichtlicher Bücher und anderer Publikationen

Wir halten ein interessantes Angebot von Periodika, Büchern und CDs für heimatkundlich und stadtgeschichtlich Interessierte bereit. Vielleicht ist das eine oder andere als Geschenkidee für Sie dabei.


Bücher
Neuerscheinungen

Hildegard Frisius: Soll ich meines Bruders Hüter sein?

Christen jüdischer Herkunft in Lichterfelde und Steglitz

Hildegard Frisius: Soll ich meines Bruders H?ter sein?
Eingebunden in die Geschichte der beiden Vororte im Südwesten Berlins zeichnet die Autorin das Schicksal der hier lebenden jüdischen Christen im Zusammenhang mit der politischen, gesellschaftlichen und kirchenpolitischen Entwicklung nach: 

Der Antisemitismus des ausgehenden 19. Jh., der von Teilen der evangelischen Amtskirche aufgegriffen wurde, und das Erstarken des Nationalsozialismus mit dessen  Machtübernahme 1933 führten zu einer Spaltung der evangelischen Kirche in die „Glaubensbewegung der Deutschen Christen“ (DC) und die „Bekennende Kirche“ (BK).  Die Ausgrenzung und Entrechtung der Juden wurden jedoch auch von der Mehrheit der Repräsentanten der BK hingenommen, teils aus Überzeugung, teils aus Sorge vor Repressalien und Verfolgung durch die staatlichen Organe. Vergeblich waren die Bemühungen Dietrich Bonhoeffers und einiger anderer Mitglieder, die Bekennende Kirche zu einer Positionierung zugunsten der Juden zu bewegen.

Obwohl die Nationalsozialisten bei den Lichterfelder und Steglitzer Bürgern überdurchschnittlich hohe Wähleranteile hatten, gehörte die große Mehrheit der Pfarrer hier der Bekennenden Kirche an. Der auf diese und die Gemeindekirchenräte ausgeübte Druck der Staatsorgane und der NS-Kirchenleitung wuchs, die Christen jüdischer Herkunft aus dem Gemeindeleben auszuschließen. Die dem Buch zugrunde liegenden Recherchen in den Taufbüchern der Gemeinden zeigen dennoch, dass bis 1942 Juden getauft wurden. In erheblichem Umfang kamen sie aus anderen Stadtbezirken, was nach Einschätzung der Verfasserin an der Zugehörigkeit der hiesigen Pfarrer zur BK lag.

Für das NS-Regime hatte die Zugehörigkeit der Juden zur Christlichen Gemeinde keine Bedeutung: sie waren als Juden klassifiziert und der Verfolgung ausgesetzt. Erschwerend für diese Menschen war, dass weder die Evangelische Kirche noch die jüdische Gemeinde Unterstützung von Amts wegen gewährte. Hilfe gab es allerdings von Mitgliedern der Gemeinden, teils unter großen persönlichen Risiken.

Beeindruckend und bewegend sind die zahlreichen Geschichten von getauften Juden aus Lichterfelde und Steglitz und ihre Schicksale, wie sie von  der Verfasserin zusammengetragen wurden.

Hildegard Frisius war in den fast 40 Jahren ihres Berufslebens als Ärztin tätig. Danach von 2001 – 2007 war sie Vorsitzende des Gemeindekirchenrats der Ev. Johannes-Gemeinde in Lichterfelde und Mitinitiatorin der Aktion Stolpersteine in Lichterfelde-West.

Mit diesem Buch hat sie einen wichtigen Baustein zur Vervollständigung der hiesigen Stadtgeschichte geliefert.

Das Buch ist im Büro des Heimatvereins Steglitz erhältlich.
Preis € 5,00


Wolfgang Schönebeck



Südende
Die Landhauskolonie wird 1884 von Aloys Hennes noch als dürftiger Flecken geschildert, weil ihm jede Vergangenheit fehle (SH 2006/1, S.5). Von diesen Anfängen führen die Autoren  Wolfgang Holtz,  Christian Simon  und  Udo Wiesmann den Leser bis in das heutige Südende.
Als Steglitzer haben sie einen lang gehegten Wunsch umgesetzt und lassen uns heimatkundlich Interessierte daran teilhaben. Man erfährt so manches Neue von dem Areal, auf dem die Landhauskolonie gegründet wurde bis hin in das Jahr 2009. Wer das Buch durchblättert, wird schnell darin zu lesen beginnen und es kaum mehr aus der Hand legen und wenn doch, wird er immer wieder in einzelne Artikel neu eintauchen.

Buch S?dende
Im Vorwort ist zu lesen, Südende ist kaum einen Berliner bekannt und auch nur wenige Steglitzer wissen mit dem Begriff was anzufangen. Und auch bei diesen Wenigen sind schon oft die Kenntnisse über den Grenzverlauf des Ortsteils recht wage. In dem reichhaltigen Bild- und Kartenmaterial werden Standorte von Gebäuden und Veränderungen deutlich, und sie geben dem Leser damit ein ganz neues Bild von Südende.
Bis zur Eingemeindung 1920 in den Verwaltungsbezirk Steglitz gehörte die Landhauskolonie zur Gemarkung Mariendorf, doch da war sie schon längst postalisch mit Steglitz verbunden (SH 2008/2, S.40).
Der Leser erfährt von dem geplanten Großgüterbahnhof „Süd“ im Dritten Reich, dem ein Großteil der Landhauskolonie zum Opfer fallen sollte. Doch dazu kam es nicht mehr, da in einer Bombennacht im August 1943 der größte Teil der Landhäuser in Schutt und Asche gelegt wurde. Deshalb ist bei etlichen Abbildungen der Vermerk „im Krieg zerstört“ zu finden. In der Nacht waren viele Tote zu beklagen. Besonders erschreckend ist der Bericht über das Ende des St. Annastifts.
Man liest über Häuser und Straßen sowie über seine Bewohner, ein Ergebnis von vielen Recherchen in Adressbüchern, Bau- und Grundbuchakten. Interessante Vorgänge kamen dabei zutage. Prominente Personen wurden entdeckt, z.B. die Politikerin Rosa Luxemburg, der Ozeanflieger Günther Freiherr von Hünefeld  und  der Theologe Jochen Klepper, um nur einige zu nennen.
Das einst ländliche Südende hat sich durch die Neubebauung und die Verdichtung bis heute sehr verändert. Auch wenn es Außenstehende kaum glauben mögen, der Ortsteil ist trotz allem noch heute ein beliebter Wohnort im Verwaltungsbezirk Steglitz - Zehlendorf.
Die Autoren haben hier eine Fülle an Daten und Fakten ausgewertet und sie spannend aufbereitet, dass dieses Buch jeden heimatkundlich Interessierten begeistern muss. Das gewählte Buchformat (DIN A4) kommt der großformatigen Darstellung der Karten zugute.
Es hat einen Umfang von 150 Seiten und kostet  18 €.

Dietrich Seidlitz

Sie erhalten das Buch im Heimatverein Steglitz, Drakestraße 64A.

 



Artikel geändert: 2010-01-12 09:24:57


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